Rabobank REF behält laut der aktuellen Untersuchung von PropertyNL seine Position als Marktführer in der Finanzierungslandschaft für Immobilien in den Niederlanden, obwohl die Kreditvergabe von über 6 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro gesunken ist. ING folgt dicht auf den Fersen und hat die Produktion auf 4,9 Milliarden Euro gesteigert, was einen Anstieg von 700 Millionen Euro im Vergleich zur letzten Erhebung darstellt, meldt Nieuws Impuls.
Zusammensetzung von ABN und NIBC
Besonders bemerkenswert ist der ‘Verlierer’ des letzten Jahres: ABN Amro Corporate Banking Commercial RE. Der Kreditvolumen war damals um 32 % gesunken, und das Portfolio hatte um 17 % abgenommen. Laut der Untersuchung in diesem Jahr scheint dieser Rückgang vorübergehend gewesen zu sein. Die Kreditvergabe hat sich verdoppelt und beträgt nun 3,3 Milliarden Euro, während das Portfolio wieder über 10 Milliarden Euro liegt. Die Bank plant die Übernahme von NIBC im zweiten Halbjahr, jedoch bleibt NIBC zu klein, um das Kräfteverhältnis in den Niederlanden zu verändern. NIBC verfügt über ein Portfolio von 2 Milliarden Euro und eine jährliche Produktion von 750 Millionen Euro. Die hypothetische Kombination hätte ein Portfolio von 12 Milliarden Euro mit einer Kreditvergabe von über 4 Milliarden Euro, was immer noch 1 Milliarde Euro weniger ist als die beiden führenden Banken, Rabobank und ING.
Neue Investitionsbank
Ein größerer Einfluss könnte von dem neuen Plan der Regierung für eine neue Investitionsbank ausgehen. Diese Bank zählt zu den wichtigsten Empfehlungen des Berichts von Peter Wennink, dem ehemaligen CEO von ASML, mit dem Titel ‘De route naar toekomstige welvaart’. Der Plan wurde im letzten Jahr der Regierung Schoof übergeben. Wennink fordert eine Investitionsbank mit einem Kapital von 10 bis 20 Milliarden Euro; die Regierung Jetten hat diese Ambition jedoch auf 3,3 Milliarden Euro reduziert. Wennink äußerte kürzlich bei der Wirtschaftsrede von EW, dass dies mangelnde Ambitionen zeige.
In der Vergangenheit gab es bereits Diskussionen über eine solche Investitionsbank, doch die Auswirkungen wurden oft überschätzt. In den Niederlanden existieren die regionalen Entwicklungsbanken, und in der Coronazeit kam InvestNL hinzu. Diese staatliche Finanzgesellschaft wirbt intensiv, doch die Frage bleibt, ob hier ein Bereich existiert, der nicht von bestehenden staatlichen und marktbezogenen Akteuren abgedeckt werden kann.
Wohnungsbaugesellschaften haben für ihre sozialen Wohnungen einen Ansprechpartner beim Waarborgfonds Sociale Woningbouw. Wenn sie zusätzliche Mittel für die mittlere Mietstufe benötigen, müssen sie selbst auf den Kapitalmarkt zugreifen, was jedoch nur begrenzt gelingt. Daher plädieren sie für eine Erweiterung der Finanzierungsmöglichkeiten bei den staatsnahen Institutionen BNG und Waterschapsbank.
Ausländische Investoren
In den letzten Jahren hat eine staatliche Politik ausländische Investoren weitgehend von dem niederländischen Wohnungsmarkt vertrieben. Der Anteil ausländischer Investoren an niederländischen Wohnimmobilien ist von 42 % im Jahr 2021 auf weniger als 5 % gesunken. Wäre dieser Markt gesund, könnten niederländische Finanzierer problemlos darauf reagieren. Es bleibt für Außenstehende unverständlich, dass die niederländische Regierung selbst bankieren und subventionieren will, während sie Investitionen von außerhalb unmöglich macht.
Gegensätze
Ein weiterer Gegensatz auf dem Markt für Immobilienfinanzierung ist der zwischen Banken und ‘privatem Kredit’. Die Nederlandse Bank zeigt in ihrem aktuellen Risikobericht, dass Banken besser kapitalisiert sind als in der Vergangenheit, sodass eine neue Immobilienkrise weniger gravierende Auswirkungen haben könnte. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Banken stehen vor immer strengeren Anforderungen seitens der Aufsichtsbehörden, während ‘privater Kredit’ eine Mischung aus verschiedene Anbietern darstellt. Täglich hört man: ‘Für diese Art von Tätigkeit ist keine Genehmigung der AFM erforderlich.’